8. Juli 1936 – 14. April 2025
Dipl. Architekt
Aktiv 1959 -1962
Bierfamilie Zulu
Nach langer Krankheit ist Zwack am Montag, 14. April 2025 im Alter von 89 Jahren im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen.
Den Familienangehörigen sprechen wir im Namen der AV Gundoldinger das herzliche Beileid aus.
Wir sind traurig und doch getragen von grosser Dankbarkeit für die langjährige Freundschaft die Zwack unserer Verbindung geschenkt hat.
R. I. P. Möge Zwack im Frieden ruhen!
Nekrolog
Unser 4. Bruder «Geni» ist uns am 14. April 2025 vorausgegangen.
Eugen ist nach 12 Geschwistern, als Jüngster in einem Bauernbetrieb nicht weit von uns etwa ein Jahr vor mir geboren.
Bereits im Bereich seines Schuleintritts wurde das Vieh und die Fahrhabe der Familie versteigert. Dieser Anlass war für ihn schwierig und für mich ein erstes Erlebnis, das sich eingeprägt hat. Die Familie kam etwa 200m von uns entfernt in ein älteres Mietshaus. Von da an war Eugen sehr oft bei uns. Wir halfen, hüteten das Vieh, spielten, und bastelten. In unserer Nähe war die grosse Kiesgrube und wir waren oft auf dem Sanddepot, wo wir uns gegenseitig bis zum Kopf eingruben, die Umgebung erkundet und manchen Streich geleistet haben. Geni war ein sehr ruhiger, eher scheuer Junge, der es faustdick hinter seinen Ohren hatte. Wo er war, da lief etwas. Dies zeigt sein Beitrag in meinem Kantusbrügel.

Ein einschneidendes Erlebnis prägte Geni und meinen jüngeren Bruder Kurt, die mit 2 Zwillingsbrüdern einer Nachbarsfamilie vor der Wohnung spielten. Ein Lastwagen mit einem Einachsanhänger, dessen Stütze herunterrutschte und am Bahngeleise anhängte, riss die Deichsel weg und der Anhänger fuhr direkt über die beiden Brüder die sofort tot waren. Es hätte genauso Geni und Kurt treffen können.
Eugen war ein sehr guter Schüler, so besuchte er in Willisau die Mittelschule. In der Zeit war er Messdiener und gemeinsam waren wir in der Jungwacht. Nach dem Abschluss der 3. Klasse fand er eine Lehrstelle bei dem damals sehr bekannten Architekturbüro Ribary in Luzern. Er wohnte im Jünglingsheim am St. Karliquai 12, wo auch Fiesco und spätere, verschiedene Gundoldinger, einquartiert waren.
Zusammen besuchten wir einen Lehrgang, er für Euphonium, ich für Trompete. Wir wurden früh in die Feldmusik Zell aufgenommen, wo Eugen nach einer gewissen Zeit die Posaune spielte.
Auch ich bin mit 15 nach Luzern in die Lehre gekommen und mit 17 im St. Karli Jugendheim gelandet. Der Luzerner Hinterländer «Gäng» mit Eugen, Paul, Tony und mir war eine Wucht. Tony Glanzmann der ebenfalls eine Bauzeichner-Lehre absolvierte, ist mit Eugen stark unter den Einfluss von Corbusier gekommen. Gestaltung und Sichtbeton wurde wichtig. Tony wurde von Geni zum Modulor erkoren.
Im Militär brachte es Eugen bis zum Wachtmeister. Um sich auf die neuen Herausforderungen zu konzentrieren sind Eugen und später auch ich aus dem «Juhei» ausgezogen.
Das zentralschweizerische Technikum startete 1958 mit den Abteilungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Heizung Lüftungsbau. Das war der Start der Verbindung der Gundoldinger. Mit dem Beginn der Bauabteilung1959, erfolgte der Eintritt von Eugen. So kam es, dass der jüngere Sven zum Biervater des älteren Zwack wurde. Zwack war überhaupt nicht überfordert. In einem Brief schrieb er: In der Schule geht es gegenwärtig nicht so »zäch» zu. Bei der wunderbaren Schlummermutter Frau Lienert, in der Nähe des Kantonspitals, in einem Einfamilienhaus, wo auch Modulor und Perry mit Zwack einzogen, begann eine neue verrückte Zeit. Im 1961 gründete Zwack die Güllemüüger. Dazu ein Eintrag von ihm:

Unter dem Sujet «Blick in den Abtritt» ( diese «grässliche Zeitung» entstand damals) bastelte Zwack mit uns im und um das Haus sperrige «Anzüge» und Masken für den Fastnachtsumzug. Die Schlummermutter wurde damit getragen und unterstützte mit all ihren Kräften. Ein unvergessliches Erlebnis! Zwack ging mit uns, auch Kito war dabei, als Tambourmajor mit seiner Posaune voraus. Ausgeruht haben wir uns am Wymärt, wo Modulor uns in seiner Wohnung aus seinem Buch «Weiss» vorlas.

Im 1962 wurde dies wiederholt. Zwack schreibt darüber: Es war herzlich schön, mit 2 Pauken 2 Schällibäumen und Tschinellen, vielen Posaunen und Bässen, von Beschauern «Güllensauger» genannt, mit sehr grossem Erfolg auch am Monsterkonzert.
Im Frühling des gleichen Jahres, hat Zwack sein Diplom mit der Gestaltung eines Hotels in Meggen erfolgreich abgeschlossen. Danach war er im Tessin und dann in Zug angestellt, bis er sich als selbständiger Architekt anbot.
Mit Zwack bin ich zum Touringball. Der Zufall wollte es, dass wir am Tisch der Familie Lustenberger aus Würzenbach Platz nehmen durften. Da ergab es sich, dass sich eine der 3 Töchter, Josefine, sich sehr gut mit Zwack verstand. Die Gundoldinger waren öfters für ein Ständlein im Würzenbach und wurden immer sehr verwöhnt. Das Resultat: Am 18. Juli 1963 führte Zwack Josy zum Altar. Die beiden durften zwei grossartige Nachkommen entgegennehmen: Christian und Andrea.
Die umgängliche Art von Zwack führte dazu, dass er für verschiedene Gundoldinger Eigenheime planen und bauen durfte. Auf dem Wirzweli baute er für seine Familie und die Familie der Schwester von Josefine ein Zweifamilien-Ferienhaus. Sehr stolz war er, als er die Kapelle auf dem Wirzweli bauen durfte die 1980 eingeweiht wurde.

Zwack wurde zu einem sehr gefragten Architekten. Mit meinem Bruder hat er im Luzerner Hinterland 3 sehr schöne Überbauungen mit Einfamilienhäusern und Blöcken erstellt.
Sehr viel hat er im Bereich des Würzenbachs gebaut, wo die Familie Landreserven hatte. Die Familie hat sich da in einem, vom Zwack erbauten Wohnhaus, eine sehr schöne Wohnung mit Blick auf Luzern, den See und die Alpen eingerichtet.
Zwack war ein sehr zuverlässiger, aussergewöhnlich hart arbeitender Architekt mit dem alle Bauherren sehr zufrieden waren. In den letzten Jahren hat er vermehrt bestehende Liegenschaften erneuert. Er kam immer weniger an unsere Anlässe, aber wenn er kam, war sein Schalk noch da. Er hat dann auch sein Alphorn mitgenommen, um uns in Stimmung zu bringen.
Seine unvergleichliche Leistung hat in aufgebraucht. Er fing an sich abzukapseln und wurde pflegebedürftig. Im Tertianum Residenz Bellerive in Würzenbach, wurde er betreut, wo er am Montag, 14. April 2025 im Alter von 89 Jahren im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen ist.
Den Familienangehörigen, insbesondere Josefine, Christian und Andrea spreche ich auch im Namen der Gundoldinger das herzliche Beileid aus.
Zwack, mein enger und treuer Freund und Junge, ruhe im Frieden!
Sven, 12. Mai 2025