Hanspeter Fischer v/o Trämp

Als potenter Krambambuli Braumeister bekannt, gibt es noch andere spezielle Bereiche, in denen unser Trämp aktiv tätig ist. Einer davon ist die Fliegerei, in welchen er viel Zeit und Geld investiert. Unser AHP Hähä hat mit Trämp am 25. März 2021 ein Interview darüber geführt.

Wann und wie bist du zum Fliegen gekommen?
Im Januar 1988 war mein 1. Flug
Fliegen war schon immer ein Bubentraum von mir. Ich musste aber abwarten, bis ich es mir auch finanziell leisten konnte.

Wann hast du mit der Akrobatik angefangen?
Das war ein Jahr später, also 1989.
Flugakrobatik vermittelt mir das Gefühl von Freiheit in der Luft.

Was und wann war dein extremstes / gefährlichstes Erlebnis?
Da ich an der Schweizer Meisterschaft teilnahm, trainierte ich auch das Fliegen in Bodennähe. Um die Programme tief fliegen zu können, ging ich zum Trainieren hauptsächlich nach Deutschland. Tiefkunstflüge sehe ich nicht als gefährlich, es fordert einfach extreme Konzentration. Bei einer Figur mit mehreren Drehungen kam ich in ein Stall (fluguntüchtige Lage) und konnte den Flieger kurz vor dem Aufprall auffangen. Fliegt man höher, hat man für solche kritische Situationen ganz klar länger Zeit und die Figuren sind somit auch weniger gefährlich.
Ein anderes Mal, bei einer Rückenvrille (eine schwierige Figur), leitete das Flugzeug in die flache Vrille ein, die nicht einfach auszuleiten ist. Von den seitlichen Kräften, die dabei entstanden, wurde das Cockpit verschoben, Dichtungen haben sich gelöst, der Öldruck sank, usw. Das zwang mich zu einer Notlandung. Der Flieger war danach eine ganze Woche zur Reparatur in der Werkstatt.

Wie viele Stunden fliegst du pro Monat?
Heute noch zwischen 3 – 4 Stunden, das entspricht ca. 4 bis 5 Trainingsflüge

Welches Flugzeug fliegst du heute?
Eine französische Kunstflugmaschine: CAP 10C

Wann hast du es gekauft ? Wieviel hat es gekostet?
Dieses Flugzeug kann man nicht «ab Stange» kaufen. Es wird nach deinen Wünschen und Vorstellungen hergestellt. So bin ich ungefähr alle zwei Wochen nach Dijon ins Werk gereist, wo mein Flugzeug nach drei Monaten fertig gestellt wurde. Am 08. Juni 2006 fand der Überflug aus Frankreich statt.
Das Flugzeug kostete CHF 360’000.-.

Wie lange darf ein solches Flugzeug geflogen werden?
40 – 50 Jahre, sofern man Sorge trägt.

Wie sieht der Service, die Kontrolle, die Sicherheit aus?
Alle 50 Flugstunden ist der kleine Service fällig, alle 100 Flugstunden dann der grosse. Beim grossen Service wird das ganze Flugzeug komplett auseinander genommen. Jede Leitung, jedes einzelne Kabel, alles muss kontrolliert und freigelegt werden. Das Flugzeug gleicht dann einem Rohling.
Wenn eine zusätzliche Jahreskontrolle notwendig ist, wird diese vom BAZL vorgeschrieben.
Bei einer Überbelastung während des Fluges über 6G muss das Flugzeug im Werk auf Risse überprüft werden. Sicherheit ist oberstes Gebot.

Wann entscheidest du dich zu fliegen, respektive nicht zu fliegen?
Das Wetter ist natürlich sehr wichtig, aber auch mein Wohlbefinden. Eine Vorentscheidung treffe ich am Tag davor, definitiv nochmals vor dem Einsteigen. Im Zweifelsfall fliege ich nicht. Übrigens, eigentlich steige ich nicht in mein Flugzeug ein, sondern ich «ziehe» es an …es ist mein Freund …ich gehe an sein und er an mein Limit.

Wie viele Flugstunden musst du pro Jahr minimal fliegen?
12 Flugstunden
Für die Sicherheit und eine gute Flugerfahrung sind mehr Stunden natürlich von Vorteil. Gesamthaft habe ich bis heute 750 Akro-Flugstunden mit 1’550 Landungen absolviert.

Was kostet dich dein Hobby im Jahr?
Durchschnittlich CHF 17’500.-

Kann man mit dir mitfliegen? Was sind die Bedingungen?
Ja, das kann man.
Bedingung ist, dass jeder Passagier aus eigener, innerer Überzeugung mitfliegen will. Es darf keine Mutprobe oder Wette sein. Dann muss auch seine Gesundheit und sein Wohlbefinden es zulassen.

Was sagt deine Partnerin zu deinem Hobby?
Grundsätzlich findet Mony es super, dass ich an der Akrofliegerei so viel Spass habe, ist jedoch immer wieder sehr froh und erleichtert, wenn ich ihr gleich nach der Landung ein Whatsapp schreibe. Sie weiss, dass es mir sehr wichtig ist, dieses Hobby ausführen zu können. Ich finde es toll, dass sie nicht versucht, mich daran zu hindern, sondern mich positiv unterstützt.

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Die Pflege der Freundschaft und des studentischen Frohsinns (Amicitia), die Unterstützung der wissenschaftlichen Bildung (Scientia) und Anstreben von Gerechtigkeit, Besonnenheit und Wahrung ethischer Grundsätze (Virtus) stehen im Mittelpunkt des Verbindungslebens. Mehr erfahren

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