Wir haben einen Freund verloren. Unser lieber 

Franz Pfister v/o Pico

Seiner lieben Gattin und den Angehörigen spreche ich im Namen der AV Gundoldinger das tiefe Beileid aus.

 

Trauerkommers:

Der Trauerkommers findet am Mittwoch, 30.10.2019, 18:00 h, Taverne zur Alten Münz (Hotel Wilden Mann , Luzern) (gleichzeitig mit Trauersalamander für AH Bach) statt.

Nekrolog:

Unbemerkt von uns allen ist am 19.September 2019 unser Gründer-Senior und Ehrenmitglied Franz Pfister v/o Pico, mein Biervater, in Luzern verstorben. Ich nehme an, dass er in seiner Bescheidenheit nicht wollte, dass man davon in der Öffentlichkeit Kenntnis nahm. Aber für uns geziemt es sich bestimmt, dass wir ihm heute für seine grossen Verdienste für unsere Verbindung, ehrend unser Gedenken widmen.
Pico wuchs in einer Lehrerfamilie im Luzerner Hinterland, in Zell, auf. Sein Vater bracht den Zellern das ABC und Einmaleins bei. Und Sven ist der lebende Beweis, dass dieser Lehrer ein vorbildlicher Erzieher war. Als Jungwachtleiter erwarb sich Pico die ersten Führungserfahrungen. In Burgdorf erhielt er das Diplom als Elektro-Ingenieur und wurde ein treues Mitglied der Ruithonen. Er blieb nicht der einzige STVer in der Familie, auch sein Bruder Guido v/o Zart studierte als Turicer an der ETH die Elektrotechnik.

Als junger Altherr stellte er sich 1958 zusammen mit Nero, dem Turaner, für die erste Leitung unserer Verbindung zur Verfügung. Mit grossem Elan und Eifer begeisterte er uns für das Verbindungsleben. Es ist sicher auch ein Verdienst von Pico, dass wir nach einem Jahr bereits unsere erste Fahne an einem honorigen Fest feiern durften. Zusammen mit vielen Verbindungsdelegationen starteten wir bei der Fahnenweihe in der Jesuitenkirche, zelebrierten den Festakt im Kantonsratsaal, zogen in einem bunten Cortège durch Luzern, durchquerten auf einer sanges- und bierfreudigen Schifffahrt den Vierwaldstättersee, in Vitznau war ein Zwischenhalt notwendig, weil das Bier zur Neige ging, und am Abend festlich wogte es im Unionssaale beim Couleurball. Gegen Ende unseres Studiums durften wir Pico, mit einer Fahnendelegation, noch an den Traualtar in Meggen begleiten.

Franz Pfister begann seine berufliche Laufbahn bei der CKW in Luzern und stieg schnell Stufe um Stufe in der Hierarchie-Leiter auf. Als ein Direktor für das Elektrizitätswerk Altdorf, einer Tochterfirma der CKW, gesucht wurde, fand man, dass Pico der ideale Kandidat dafür war. Hier konnte er nun seine Macherqualitäten voll zur Geltung bringen. Er war dafür besorgt, dass das EWA genügend Energie für den ganzen Kanton Uri und die angrenzenden Regionen produziert und auch die entsprechenden Dienstleistungen zur Verfügung standen. Als CEO setzte er mit dem Neubau des EWAs ein innovatives Zeichen. Ein Herzensanliegen war ihm auch die Förderung der Kultur im Kanton Uri. Im alten Patrizierhaus Eselsmätteli, dem Direktionssitz des EWA, eröffnete er eine Kleingallerie. Als Gründungspräsident stellte er das Tellspielhaus und die Theatergesellschaft unter ein neues Betriebskonzept, das Forum Theater Uri. Diese Aufgabe erfüllte er mit grossem Einsatz. Er war besorgt um den Aufbau einer Kulturinstitution, die über den Kanton hinaus Strahlkraft erlangte. Für diese Leistungen wurde ihm das Ehrenpräsidium verliehen. Er engagierte sich auch für das Kulturforum Andermatt-Gotthard, das er mehrere Jahre leitete. Unter seinem Regime wurden verschiedene erfolgreiche Freilichtspiele veranstaltet, wie: Die Gotthardpost, der Bau des ersten Bahntunnels, Suworow. Für seine Verdienste erhielt er 2002 die „Altdorfer Medaille“ und 2011 den „Goldenen Uristier“. Pico sagte einmal: „Ich habe den Ristretto nach Uri gebracht“. Das mag etwas seinen Macherwillen kennzeichnen. Leider trat er dann von all diesen Ämtern zurück, da nicht alle seinem Vorwärtsdrang folgen konnten oder wollten.  Pico zog sich darauf ganz aus den öffentlichen Engagements zurück und bezog seine Stadtwohnung in Luzern.

Lieber Pico wir danken Dir für alles was Du für unsere Verbindung geleistet hast und wünschen Dir Ruhe in dein stilles Grab. Den Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid.

Hans Regli v/o Tasso 25.10.2019