Rudolf J. Tschopp v/o Gox

Rudolf J Tschopp Gox

19. November 1936 – 6. August 2021

Aktiv 1958 – 1961
Dipl. Maschineningenieur HTL

Gundoldinger Sommersemester 1959
Gundoldinger Sommersemester 1959 –  Gox kniend 2. von rechts

Gox ist nach schwerer Krankheit am Freitag, 6. August 2021 eingeschlafen und hat sich auf die letzte Reise begeben.

Seiner lieben Gattin Anna Lis Tschopp-Hunkeler und den Familienangehörigen sprechen wir im Namen der AV Gundoldinger das herzliche Beileid aus.

Wir sind traurig und doch getragen von grosser Dankbarkeit für die langjährige Freundschaft und Geselligkeit die Gox unser Verbindung geschenkt hat.

R. I. P. Möge Gox im Frieden ruhen!

Nekrolog

Nachdem wir vor einer Woche Xerx zu Grabe getragen haben, müssen wir heute wieder von einem lieben Verbindungsfreund, von Ruedi Tschopp v/o Gox, Abschied nehmen

Gox erblickte am 19.November 1936 in Knutwil das Licht der Welt. Aufgewachsen als Jüngster in einer grossen Bauernfamilie mit 10 Kindern, verbrachte er dort eine unbeschwerte Jugendzeit. Zwei Schwestern wurden Ordensschwestern bei den Menzinger Klosterfrauen. Eine davon, Schwester Idda Maria, ist noch die einzig verbliebene, aller Geschwister. Er verlor schon früh seine Eltern und damit auch etwas sein Zuhause.

Nach der Primarschule besuchte Gox die Kantonsschule in Sursee mit Latein und Griechisch. Er brach dann aber das Weiterstudium ab und begann eine Lehre als Mechaniker bei der Firma Fischer Maschinenbau, Sursee. Sein Lehrmeister Ueli Fischer war eine sehr wichtige Person in seinem Leben. Mit ihm verstand er sich blendend und dieser schätzte auch sein handwerkliches Geschick und seine Verlässlichkeit. Dieser Lehrmeister bewog ihn auch das Studium in Luzern anzutreten.

Wissensdurstig begann er 1958 sein Studium als Maschinen-Ingenieur am neu gegründeten «Technikum» in Luzern, das er 1961 erfolgreich mit dem Diplom abschloss.  Als einer der ersten Füchse trat er der neu gegründeten Studentenverbindung der Gundoldinger bei. Als er bemerkte, dass sein erst gewähltes Vulgo Knut im Bekanntenkreis schon benutzt wurde, wechselte er zum Gox. Ein Gox zierte dann jeweils auch seine Unterschrift. An unseren Stämmen hatten wir häufig humorvolle Diskussionen über den Vor- und Nachteil von «Braunveh» und «Fleckveh». Gox wollte kein Luzerner Hinterländer sein und unterstützte deshalb die Innerschweizer Braunveh-Fraktion. Er war auch ein bewährter Kantor.

Einige Jahreswechsel, insbesondere Silvesterfeiern, verbrachten Gox, Kito und ich in Andermatt. Neben dem ausgiebigen Skifahren, mit Gesangseinlagen bei den Bergfahrten, waren wir Stammgäste im Löwen. Die Hoteliere, Frau Wenger, nannte uns die drei Apostel. Während die Engländer um Mitternacht «God save the Queen» sangen, stimmten wir im Freien den Riesenkampf an. Es gab dabei auch Bekanntschaften aus Belgien und London, die wir drei im Ford von Gox besuchten. Da wir noch knapp an Geld waren übernachteten wir in Schlafsäcken im Freien, bei der Hinfahrt auf der Loreley und auf der Rückfahrt neben einer Kiesgrube bei Reims. Bis zum Kanal wechselten wir beim Fahren jeweils ab. In England überliessen wir dann das Steuer gerne Gox. Wir wollten beim Linksverkehr seinen Ford nicht gefährden. Mit dabei hatte Gox auch immer seinen Service Koffer. Gewissenhaft und sorgfältig wie er war, prüfte Gox dann regelmässig den Pneu Druck, den Öl- und Wasserstand.

Kurz nach dem Studium startete Gox seine militärische Karriere bei den Funk-Pionieren, die er mit dem Offiziersrang abschloss. Als Kito und ich ihn beim Abverdienen in Bülach besuchten, fragten wir einen seiner Rekruten um seine Beurteilung. Er meinte er mache recht viel Parkdienst (d.h. für Zivilisten: Auslegeordnung mit Materialkontrolle) , sonst seien sie aber zufrieden mit ihm. Das zeigte auch etwas seinen Charakter und seine Arbeitsweise. Er war immer sehr gewissenhaft, sorgfältig und genau.

40er-Chilbi 1977 - Forsthütte Egg
40er-Chilbi Forsthütte Egg 1977

Sein Berufsleben führte ihn über verschiedene Stationen mit einem Start im französischsprachigen Val de Travers, bei der Firma Dubied, über Reishauer in Wallisellen, wo er ein grossartiges Regel- und Normenwerk geschaffen hat, bei Schweizer, Metallbau in Hedigen, wo er als rechte Hand des Chefs und Besitzers fungierte, bei der Firma Menor in Dottikon bei Hämmerli in Zofingen und bei der Firma Drawag. 1996 gründete er seine eigene GmbH, die Rinotech für geschützte Regalsysteme, die er bis nach Berlin verkaufen konnte.

In Anna Lis Hunkeler fand Gox die richtige Frau die zu ihm passte und ihm ein neues Daheim schenken konnte. Ihnen wurden die drei Töchtern Isabel, Sibylle und Mirjam geschenkt. Die Eltern haben es dabei geschafft, ihnen so viel Talente mitzugeben, dass die drei, begabte und berühmte Musikerinnen wurden. Mit grossem Stolz wohnte er ihren Konzerten bei und hielt diese fotographisch und akustisch fest. Grosse Freude bereiteten ihm dann auch die drei Grosskinder.

Zuerst erstanden sie sich ein Haus in Volketswil. Nach dem Arbeitswechsel nach Hedingen kaufte sie das Grundstück in Obfelden und bauten sich dort das neue Zuhause auf. Die Freude am Tessin gab dann auch noch Anlass ein Ferienhaus in Agarone zu kaufen, das ihnen viele erholsame Stunden in der Sonnenstube schenkte.

Mit 65 Jahren musste Gox eine undichte Herzklappe ersetzen. Gox entschloss sich den «Stollen» zu verlassen und den Ruhestand anzutreten. Früher hatte er jeweils ausgerechnet wie viele Jahre er noch in den «Stollen» müsse. Jetzt konnte er sich vermehrt seinem gepflegten Garten, dem Weinberg, und der Rosenzucht widmen. Auch das längst geplante Indoor-Schwimmbad konnte er nun fertigstellen. Er entdeckte auch das Reisen mit dem Camper und erkundete damit halb Europa.

Ein Tumor auf dem Herzen, der nicht behandelt werden konnte, schränkte sein Leben nun immer mehr ein. Er erlitt mehrere kleine Hirnschläge und wurde pflegebedürftig. Am 6. August durfte Gox friedlich einschlafen.

Lieber Gox wir danken Dir für deine Freundschaft und wünschen Dir Ruhe in dein stilles Grab. Den Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid.

Hans Regli v/o Tasso, 18. August 2021

Über Gundoldinger

Die Pflege der Freundschaft und des studentischen Frohsinns (Amicitia), die Unterstützung der wissenschaftlichen Bildung (Scientia) und Anstreben von Gerechtigkeit, Besonnenheit und Wahrung ethischer Grundsätze (Virtus) stehen im Mittelpunkt des Verbindungslebens. Mehr erfahren

Komitee

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senior@gundoldinger.ch

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