Karl Menti v/o Chrampf

14. Januar 1944 – 15. Februar 2020

Aktiv 1964 – 1967/Fuchsmajor SS 1967/AHP 1971-1976
Dipl. Architekt HTL/SIA
14. Januar 1944 – 15. Februar 2020

nach kurzer Krankheit am Samstag, 15. Februar 2020 friedlich von uns gegangen ist.
Seiner lieben Gattin Berta Menti und den Familienangehörigen spreche ich im Namen der AV Gundoldinger das herzliche Beileid aus.
Möge Chrampf im Frieden ruhen!

Verabschiedung:  Donnerstag, 27. Februar um 14.00 Uhr in der Piuskirche, Meggen.

Gundoldinger:  c. p. s
Auf Wunsch der Angehörigen wird auf eine Fahnendelegation verzichtet.
Im Anschluss sind alle zum Apéro Riche im Hotel Hermitage, Luzern eingeladen.

Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.

Ich bitte Dich, Chrampf ein ehrendes Andenken zu bewahren.

Mit stillem Farbengruss

Joseph Kronenberg v/o Barsch

Altherrenpräsident

Nekrolog

Meine erste Begegnung mit Chrampf hat sicher am 16. April 1964 stattgefunden. An diesem Tag startete unser Studium als Architekten am Zentralschweizerischen Technikum in Luzern.

Mit dabei war auch Peter Zemp v/o Flut. Chrampf war von Pfäffikon SZ nach Luzern gezogen. Damals war es noch üblich, dass sich auswärtige Studenten ein Zimmer suchten. Seine erste Unterkunft gleich ein paar Häuser weiter, wo ich wohnte. Seit dieser Begegnung sind wir freundschaftlich verbunden.

Farbentragende Studenten gehörten damals zum Erscheinungsbild der Schule. Sie weckten Neu- gier und Interesse. Es entstanden gute Kontakte zu Studenten der oberen Semester, Strick und Ziger gehörten dazu.

Wir besuchten Anlässe bei verschiedenen Verbindungen. Ein guter Stammbetrieb, die Zugehörigkeit zum Schweizerischen Studentenverein und Mitglieder aus verschiedenen Studienrichtungen, überzeugten uns, ein Aufnahmegesuch bei der Verbindung «Die Gundoldinger» zu stellen.

Der Fuxenstreich am 9. Juli 1965 vor der Hauptpost Luzern, ein voller Erfolg. Die Aufnahme, die Taufe, anderntags das Gundoldingerschiessen, im November der Couleurball in der «Hermitage» waren ein toller Einstieg in das abwechslungsreiche Verbindungsleben. Chrampf wurde Mitglied der Bierfamilie Filu. Sein Alter Scholle hat ihn gut unterstützt und in die Verbindung ein- geführt.

Tüchtige Fuchsmajore haben uns auf die anspruchsvolle Burschenprüfung vorbereitet. Die Prüfung, schlimmer als eine Lektion bei Francis Chapéron, haben wir dann gut überstanden. Wir erlebten eine unvergessliche Burschenzeit mit honorigen Stämmen, Maibummeln, Couleurbällen, Kontakten zu anderen Verbindungen, der Pflege von Freundschaft, grossartigen Generalversammlungen des Schw. StV – eine tolle Zeit. Chrampf war als tüchtiger FM Mitglied des Komitees Wintersemester 1966/67, zusammen mit Leischt als Senior, Flut Aktuar, ich als Consenior. Mit Krebs, als seinen Jungen, hat er einen lebhaften Fuchsen gut in die Verbindung eingeführt. Im März 1967 Abschluss der Studienzeit mit Diplomübergabe am 22. März im Kino Moderne und bald darauf der Übertritt zu den Altherren, präsidiert von Pfus und Kito. Ab 1968 wechselte das Präsidium nach Luzern und war für die nächsten Jahre bei Plus gut aufgehoben. Umsichtig und engagiert hat Chrampf von 1971 bis 1975 den Altherrenverband geführt.

Im Restaurant Schiff, Luzern, entwickelte sich ein reger Stammbetrieb. Der monatliche Freitagabend war fortan ein fester Teil in  unserem Terminkalender. Die jungen Jahre bei den Altherren waren sehr interessant. Man suchte seinen künftigen Weg im beruflichen Umfeld, die Einladungen für Hochzeiten nahmen zu, runde Geburtstage zum 30. und vereinzelt gar zum 40. waren noch besondere Ereignisse. Die ersten Kinder und auch Planungen für den künftigen Wohnsitz mit eigenem Haus oder Wohnung waren Traktanden am  Monatsstamm.  Da  waren ja lauter Experten am Tisch. Sie fanden fast zu allen Lebensfragen eine passende Antwort. Oft traf  man sich  noch  nach  der Stammrunde  im «Schiff»  bei  einem  bestandenen  Altherrn zum frohen Ausklang. Unser Gesang ist dann offenbar nicht in allen Ohren gleich angenehm empfunden worden. Frère bat das nächste Mal, auf das Singen zu verzichten, es drohe ihm die Kündigung. Chrampf heiratete 1971 Berta Föhn. Die Hochzeit an seinem Geburtsort Pfäffikon mit einer Schiff- fahrt auf seine geliebte «Ufenau», die Trauung in der schönen Kapelle St. Martin, das Fest im Restaurant Schiff am See bleiben in guter Erinnerung.

Sein berufliches Umfeld wurde konkreter. Er hat sich entschieden, von der Planung in die Beratung zu wechseln. Amrein – Martinelli – Menti hat sich bald eine schweizweit anerkannte Position als Büro für Bauberatungen und Expertisen er- arbeitet. Über 40 Jahre war er als Experte und Berater tätig. Sein Fachwissen, seine grosse Erfahrung waren sehr gefragt. Er unterrichtete an der Fachhochschule, publizierte in Fachorganen, war Mitglied von SIA Normenkommissionen. Am Stamm berichtete er über interessante Fälle und ärgerte sich auch über das mangelnde Qualitätsbewusstsein der Bauleute.

Sein breites Fachwissen war immer wieder gefragt. So hat er in seiner Wohngemeinde Meggen über viele Jahre die Baukommission präsidiert, war Mitglied der Ortsplanungskommission und hat sich aktiv an der Planung und dem Bau des neuen Bootshafen beteiligt. Er war Mitglied der Schulpflege Meggen. Die CVP Meggen hat er gut durch mehrere Gemeinde- und kantonale Wahlen geführt.

Mit den zunehmenden Verpflichtungen im Beruf und den Aufgaben in einer jungen Familie wurde der regelmässige Besuch des monatlichen Altherrenstammes immer etwas schwieriger.

So haben sich Plus, Pedal, Büle, Salto, Chrampf und ich entschlossen, den Freitagstisch einzuführen. Statt am Abend trafen wir uns künftig immer am ersten Freitag im Monat zum  Mittagessen im «Schiff» in Luzern. Seit wohl über 40 Jahren ist dies ein heiliger Termin zur Pflege unserer Freundschaft und Verbundenheit. Mit dem Tod von Büle und Salto wurde die Mittagsrunde mit Frère, Scholle und Barsch erweitert.

In seiner freien Zeit besuchte Chrampf gerne Jazzkonzerte, zum Beispiel auf einem Dampfer auf dem Vierwaldstättersee oder die Kammerkonzerte im Marianischen Saal neben der Jesuitenkirche.

Seine grosse Leidenschaft gehörte aber dem Segeln und der Kochkunst. In den See zu stechen und mit dem frischen Abendwind einen guten Kurs zu segeln, war für ihn eine schöne Abwechslung und Entspannung zum Arbeitstag. Als erfahrener Skipper suchte er auch die Auseinandersetzung mit den grossen Wellen und den starken Winden in der Karibik oder im Mittelmeer.

Auch beim Essen und dem Wein war er Experte. Nicht am Tisch sich bedienen lassen, nein, da wollte er selber Hand anlegen. Er war Mitbegründer des Megger Kochklubs und traf sich regelmässig mit Freunden in der Küche. Er war ein leidenschaftlicher Koch. Einkaufen und etwas Neues ausprobieren, zum jeweiligen Gang den passenden Wein auswählen, das war für ihn Erholung und Lebensfreude. Sein Weinkeller mit feinen Tropfen gut gefüllt. Zu jeder Flasche hatte er eine spannende Geschichte, kannte die Eigenheiten der Traubensorte, den Produzenten, das besondere Weingebiet. Zusammen mit Pedal und Plus war er immer wieder unterwegs, in allen Himmelsrichtungen, neue Weine und kreative Weinproduzenten zu entdecken.

Dass wir uns jetzt von Chrampf verabschieden müssen, trifft uns unvorbereitet. Der Tod eines guten Freundes macht traurig, stimmt nachdenklich und führt zu Fragen, die niemand schlüssig beantworten kann.

Uns bleiben die schönen Erinnerungen an eine erfüllende gemeinsame Zeit. Dazu gehört ganz besonders das letzte Treffen mit Chrampf im Rahmen des erwähnten Freitagstisches vom Freitag, 7. Februar 2020 im «Rebstock». Plus Pedal, Frère, Barsch Scholle ahnten nicht, dass es das letzte Beisammensein mit dir sein sollte.

Im «Rebstock» begann vor 55 Jahren unsere gemeinsame Wanderung, getreu nach der Devise unserer Verbindung, «Tugend, Wissenschaft und Freundschaft unter den Mitgliedern zu heben und zu fördern».

Chrampf berichtete über seinen Gesundheitszustand, dass es ihm aktuell relativ gut gehe,   er am kommenden Mittwoch einen Termin für Untersuchungen und zum Festlegen der weiteren Behandlungen im Kantonsspital habe. Wir haben das Glas erhoben und ihm dazu alles Gute gewünscht.

Chrampf, es war ein Geschenk, mit dir unter- wegs zu sein. Dafür danken wir dir, Berta, deinen Söhnen Samuel und David, deiner ganzen Familie.

Leb wohl – wir wandern noch etwas weiter – vielleicht kreuzen sich unsere Wege – irgendwann – irgendwo!

Peter Becker v/o Kies

Über Gundoldinger

Die Pflege der Freundschaft und des studentischen Frohsinns (Amicitia), die Unterstützung der wissenschaftlichen Bildung (Scientia) und Anstreben von Gerechtigkeit, Besonnenheit und Wahrung ethischer Grundsätze (Virtus) stehen im Mittelpunkt des Verbindungslebens. Mehr erfahren

Komitee

Aktivitas Senior :            Philipp Riklin v/o Sörmu
senior@gundoldinger.ch

Altherren Präsident :   Max-Peter Felchlin v/o Hähä  ahp@gundoldinger.ch